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MammaTyper® ermöglicht präzise Prädiktion für Ansprechen auf neoadjuvante Chemotherapie im Vergleich zur manuellen oder digitalisierten IHC

  • Erster Vergleich einer Biomarkeranalyse durch RT-qPCR (MammaTyper®) vs. visueller oder computergestützter Immunhistochemie (IHC) bei der Subtypisierung von Mammakarzinomen
  • Signifikant präzisere Prädiktion der pathologisch kompletten Remission im neoadjuvanten Setting mit MammaTyper® im Vergleich zu manueller oder computergestützter IHC; bessere Therapiestratifizierung und mögliche Vermeidung unnötiger Therapien
  • MammaTyper® liefert zuverlässige quantitative Bestimmung der MKI67-mRNA-Expression

Mainz, 15. Februar 2017: BioNTech Diagnostics GmbH, eine Tochtergesellschaft der BioNTech AG, gibt die Veröffentlichung von weiteren Studiendaten bekannt, die erneut die Überlegenheit des in-vitro diagnostischen  MammaTyper® Tests (CE markiertes IVD) gegenüber den immunhistochemischen Nachweisverfahren (IHC) belegen [1].

„Die Besonderheit der aktuell publizierten Leistungsbewertungsstudie besteht darin, dass erstmals die Ergebnisse der Genexpressionsanalyse mit MammaTyper® nicht nur mit den Resultaten der manuellen mikroskopischen Auswertung von immunhistochemischen Präparaten verglichen wurden, sondern auch mit der computergestützten Bildanalyse“, betonte Dr. Sierk Pötting, Managing Director der BioNTech Diagnostics GmbH.

Für die Studie wurden Formalin-fixierte, in Paraffin eingebettete (FFPE) Biopsie-Routineproben von Brustkrebs-Patientinnen herangezogen, die an einer randomisierten neoadjuvanten Studie [2] teilgenommen hatten und mit den drei Methoden prospektiv retrospektiv analysiert. Wie bereits in vorangegangenen Publikationen [3,4] zeigte MammaTyper® auch in der aktuell veröffentlichten Studie eine deutliche Überlegenheit bei der quantitativen Bestimmung des Proliferationsmarkers MKI67 (Ki-67) gegenüber IHC. Dadurch erzielt MammaTyper® bei der Identifizierung einer möglichen kompletten pathologischen Remission nach neoadjuvanter Therapie eine signifikant höhere Spezifität gegenüber der IHC. „Die Studie belegt, dass MammaTyper® die Proliferationsaktivität des Tumors und das Ansprechen auf eine neoadjuvante Therapie zuverlässig prognostizieren kann. Das bedeutet, dass Patientinnen unnötige Behandlungen erspart werden können“, fasste Prof. Dr. Hans-Peter Sinn, Universität Heidelberg und Leiter der Studie, die Ergebnisse zusammen.

Die Einteilung der Tumoren in luminale, basale und HER2-amplifizierte Subtypen durch die immunhistochemischen Marker Östrogenrezeptor (ER), Progesteronrezeptor (PR), HER2 und den Proliferationsmarker Ki-67 bildet die Basis der biologischen Subtypisierung und der (neo)adjuvanten Therapieentscheidung beim Mammakarzinom [5]. Zudem ist seit der St. Gallen-Konferenz 2013 der Proliferationsmarker Ki-67 auch zur Definition der intrinsischen Subtypen Luminal A- und Luminal B-like bestätigt [6]. Eine frühere Studie in einem neoadjuvanten Setting konnte zeigen, dass hohe Ki-67-Werte konstant mit höheren Raten der pathologischen Komplettremission assoziiert sind [11]. Die derzeit übliche Methode für den Nachweis des Ki-67 Proliferationsmarkers sowie der Biomarker ER und PR ist die manuelle mikroskopische Immunhistochemie, die allerdings wegen großen Intra- und Interobserver-Variabilität bereits seit Längerem in der Diskussion steht [7,8].

Die Ergebnisse der Bestimmung der Biomarker ESR1 (ER) und PGR (PR) der aktuell veröffentlichten Studie bestätigen erneut die gute Übereinstimmung von MammaTyper® mit den Ergebnissen der Immunhistochemie, wobei die Übereinstimmung von MammaTyper® und der computergestützten Immunhistochemie leicht höher waren (ER/ESR1: 91,23 %, p<0,0001 PR/PGR: 92,9 %, p < 0,0001). Dagegen erzielten MammaTyper® und computergestützte IHC-Bildanalyse beim Nachweis des Proliferationsmarkers MKI67 (Ki-67) erwartungsgemäß eine moderate Korrelation (Spearman’s r = 0,5; p = 0,0001). Korreliert mit den klinischen Verlaufsdaten jedoch erwies sich MammaTyper®, insbesondere bei der aus der MKI67-Bestimmung abgeleiteten Prädiktion des Ansprechens auf neoadjuvante Therapie, der IHC als deutlich überlegen.

Die aktuelle Studie zeigt abermals, dass MammaTyper® eine interessante und zuverlässige Alternative zu den derzeit üblichen IHC-Nachweismethoden darstellt. Darüber hinaus eröffnet MammaTyper® die Möglichkeit einer verbesserten Vorhersage für die pathologische Komplettremission nach neoadjuvanter Chemotherapie. MammaTyper® könnte daher zu einer fundierteren Therapieentscheidung beitragen, wodurch Brustkrebs-Patientinnen in Zukunft unnötige Therapien erspart werden könnten.

 

Referenzen:

  1. Sinn H-P et al. (2017) Comparison of immunohistochemistry with PCR for assessment of ER, PR, and Ki-67 and prediction of pathological complete response in breast cancer. BMC Cancer 17:124.
  2. Schneeweiss, Marme, Ruiz, et al. (2011). „A randomized phase II trial of doxorubicin plus pemetrexed followed by docetaxel versus doxorubicin plus cyclophosphamide followed by docetaxel as neoadjuvant treatment of early breast cancer.“ Annals of oncology: official journal of the European Society for Medical Oncology / ESMO 22(3): 609-617.
  3. Wirtz Ralph M et al. (2016) Biological subtyping of early breast cancer: a study comparing RT-qPCR with immunohistochemistry. Breast Cancer Res Treat. DOI 10.007/s10549-016-3835-7 (Published online 24 May 2016).
  4. Laible M et al. (2016) Technical validation of an RT-qPCR in vitro diagnostic test system for the determination of breast cancer molecular subtypes by quantification of ERBB2, ESR1, PGR and MKI67 mRNA levels from formalin-fixed paraffin-embedded breast tumor specimens. BMC Cancer 201616:398, DOI: 10.1186/s12885-016-2476-x, published online 7 July 2016.
  5. Goldhirsch, Winer, Coates, et al. (2013). „Personalizing the treatment of women with early breast cancer: highlights of the St Gallen International Expert Consensus on the Primary Therapy of Early Breast Cancer 2013.“ Annals of oncology: official journal of the European Society for Medical Oncology / ESMO 24(9): 2206-2223.
  6. Coates AS et al. (2015) Tailoring therapies – improving the management of early breast cancer: highlights of the St Gallen International Expert Consensus on the Primary Therapy of Early Breast Cancer 2013. Annals of oncology: official journal of the European Society for Medical Oncology / ESMO 24(9): 2206-2223.
  7. Polley, Leung, Gao, et al. (2015). „An international study to increase concordance in Ki67 scoring.“ Modern pathology: an official journal of the United States and Canadian Academy of Pathology, Inc.
  8. Polley, Leung, McShane, et al. (2013). „An international Ki67 reproducibility study.“ Journal of the National
    Cancer Institute 105(24): 1897-1906.
  9. Di Cataldo, Ficarra and Macii (2012). „Computer-aided techniques for chromogenic immunohistochemistry: status and directions.“ Computers in biology and medicine 42(10): 1012-1025.
  10. Noske, Loibl, Darb-Esfahani, et al. (2011). „Comparison of different approaches for assessment of HER2 expression on protein and mRNA level: prediction of chemotherapy response in the neoadjuvant GeparTrio trial (NCT00544765).“ Breast cancer research and treatment 126(1): 109-117.
  11. Yerushalmi, Woods, Ravdin, et al. (2010). „Ki67 in breast cancer: prognostic and predictive potential.“ TheLancet. Oncology 11(2): 174-183.