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Biomarker

ERBB2 ist die Bezeichnung des Gens für den humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2). Bei diesem Rezeptor handelt es sich um ein Zelloberflächenprotein aus der Familie der epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptoren. Durch die Aktivierung von ERBB2 wird die Zellproliferation stimuliert und der programmierte Zelltod gehemmt. ERBB2 spielt bei Brustkrebs eine wichtige Rolle. Bei etwa 20 % aller Brustkrebsfälle tritt eine Überexpression dieses Rezeptors auf, was sich für die Prognose und den klinischen Krankheitsverlauf als ungünstig erweist.

Patienten mit einer ERBB2-Überexpression können von einer anti-HER2-Therapie profitieren, bei der Antikörper auf den Rezeptor abzielen und seine Funktion hemmen.

Das Östrogenrezeptor-1-Gen (ESR1) gehört zur Familie der Steroidrezeptoren. Das Protein wird intrazellulär exprimiert. Es ist ein Transkriptionsfaktor, der die Expression von Genen reguliert, und wird durch Östrogen aktiviert. Östrogenrezeptoren sind bei etwa 70 % aller Brustkrebsfälle überexprimiert. Hypothesen zufolge bewirkt diese Überexpression die Tumorgenese.

ESR1 überexprimierende Tumore können mit endokrinen Therapien wie Tamoxifen (ESR-Anatagonist) oder Anastrozol (Aromatase-Inhibitor) behandelt werden.

Der Progesteronrezeptor (PGR) gehört ebenfalls zur Genfamilie der Steroidrezeptoren. Der Rezeptor wird beim Binden von Progesteron aktiviert und modifiziert die Expression mehrerer stromabwärts gelegener Gene. Östrogen- und Progesteronrezeptoren werden in Brustkrebszellen gefunden, deren Wachstum von Östrogen und verwandten Hormonen (wie Progesteron) abhängt. Die Tumore aller Patienten mit invasivem Brustkrebs oder rezidivierendem Brustkrebs sollten auf Östrogen- und Progesteronrezeptoren untersucht werden. Wenn ESR1 und/oder PGR-positive Krebserkrankungen vorliegen, lässt sich mit einer endokrinen Therapie verhindern, dass der Tumor Östrogen und/oder Progesteron nutzt, wodurch das Tumorwachstum verlangsamt oder gestoppt wird.

Beim Proliferationsmarker MKI67 handelt es sich um ein nukleäres Protein, das mit der Zellproliferation in Zusammenhang steht. Das Protein MKI67 ist in allen aktiven Phasen des Zellzyklus (G1, S, G2 und Mitose) vorhanden, fehlt aber bei ruhenden Zellen (G0). Bei Brustkrebs stellt die Expression von MKI67 einen prognostischen Marker hinsichtlich Überleben und Tumorrezidiven dar.